Dokumentation

Bedrohte Wissenschaftsfreiheit:

Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum

Hinweise auf weitere Fälle sind willkommen.

Vorbemerkungen

Wir benennen auf dieser Seite ohne Anspruch auf Vollständigkeit fortlaufend Beispiele für Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit. In einer akademischen Atmosphäre, die zunehmend durch politisch-ideologischen oder moralisch-weltanschaulichen Druck und die dadurch bedingte Selbstzensur geprägt ist, bilden diese Fälle nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Eine juristisch-philosophische Begriffsbestimmung von „Wissenschaftsfreiheit“ finden Sie in Kürze hier.

Die von uns verwendeten Ordnungskategorien dienen der groben Orientierung. Dass ein Fall unter eine Kategorie subsumiert wird, heißt nicht, dass nicht auch andere Kategorien auf ihn zuträfen.

Kritik und Widerspruch sind elementare Bestandteile des wissenschaftlichen Diskurses in offenen Gesellschaften. Wogegen sich die Mitglieder im Netzwerk wehren, sind Diffamierungen, wenn statt eines inhaltlichen Widerspruchs eine moralisch diskreditierende politische Einordnung einer Person selbst oder ihres Arguments vorgenommen wird (etwa als „Nazi“ oder „Rechtsextremist“, „Rassist“, „Islamfeind“ oder „Menschenfeind“, „Antisemit“ ebenso wie „Linksfaschist“, „Islamist“, „Terrorist“ oder „linksversifft“). Diffamierungen können auch über subtilere Zuschreibungen wirksam werden („anschlussfähig an rechte Diskurse“, „umstritten“, „verharmlosend“ oder „auf dem linken Auge blind“). Gemeinsam ist solchen Diffamierungen, dass sie die betroffene Person als zu meidend markieren und damit aus dem Diskurs ausschließen. Sie fungieren zugleich als Orientierung und Warnung: Wer mit der diffamierten Person zusammenarbeitet, ihr „eine Bühne bietet“, Zuspruch signalisiert oder auch nur Solidarität, ist gleichfalls „schuldig“.

Es versteht sich eigentlich von selbst, aber wir betonen mit Nachdruck: Wer die Wissenschaftsfreiheit verteidigt, verteidigt nicht den Inhalt dessen, was einzelne Personen bei der Inanspruchnahme ihrer Wissenschaftsfreiheit sagen. Wenn eine Vertreterin der Genderforschung über legitime Kritik hinaus Angriffen ausgesetzt ist, die geeignet sind, sie in ihrer Freiheit beschränken, nehmen wir sie in Schutz, ohne damit affirmativ Stellung zu den Inhalten zu beziehen; und wenn ein Vertreter der Evolutionsbiologie die Genderforschung kritisiert, verteidigen wir sein Recht auf akademische Freiheit, ohne damit seiner Kritik zuzustimmen.

Wir beschränken uns auf Fälle aus dem deutschsprachigen Raum. In der angelsächsischen Welt sind die Fälle zahlreicher, und es ist zu befürchten, dass das angelsächsische Beispiel auch in dieser Hinsicht Schule macht.

Die Beispiele sind den folgenden Themen zugeordnet und verlinkt:

A) Was darf erforscht und ausgesprochen werden? Was soll nicht gesagt werden?
Themen und Thesen, deren Diskussion verhindert wird, indem die Betreffenden von Fachkollegen oder Außenstehenden unter einen schwerwiegenden moralischen Verdacht (Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Islamophobie, etc.) gestellt werden

B) Wer darf sprechen? Wer soll an der wissenschaftlichen Kommunikation nicht teilnehmen können?
Cancel Culture, oder: Versuche, bestimmten Personen das Recht zu reden abzusprechen oder institutionell zu entziehen

C) Wie soll gesprochen werden müssen?
Einwirkungen mit dem Ziel, politisch inopportune „schlechte Wissenschaft“ zu unterbinden