Ronald G. Asch
I
Im Februar 2023 berief die Universität Cambridge den Soziologen – als solcher galt er jedenfalls – Jason Arday als Professor für Bildungssoziologie. Im Sommer 2026 wurde Arday faktisch als Hochstapler entlarvt, dessen Dissertation zu erheblichen Teilen auf Plagiaten beruhte, und der sich einen weitgehend frei erfundenen Lebenslauf zugelegt hatte.1 Arday sah sich nach anfänglichen Abwehrgefechten genötigt, seine Professur niederzulegen und beging kurz darauf Selbstmord. So beklagenswert dieser Tod ist – Arday war kein Schwerverbrecher, sondern eher ein persönlich durchaus charmanter, und gelegentlich auch liebenswürdiger Aufschneider und Schummler, und hatte dieses Ende sicher nicht verdient – so wirft der Fall doch die Frage auf, wie Cambridge je auf Arday reinfallen konnte. Viele der Angriffe, denen sich die alte Universität, die zu den besten der Welt gezählt wird, ausgesetzt sieht, mögen überzogen sein, aber dass durch eigene Schuld ein erheblicher Reputationsschaden entstanden ist, ist kaum zu leugnen.
Durch die Versuche der Fangemeinde von Arday auch jetzt noch, nach seiner Entlarvung ihn einfach als Opfer von Rassismus darzustellen – Arday war afrikanischer Herkunft wenn auch in England geboren und aufgewachsen – wird dieser Reputationsschaden nicht geringer, sondern eher größer, denn Arday hat anscheinend in Cambridge auch heute noch etliche Bewunderer in den Geistes- und Sozialwissenschaften und darüber hinaus, oder zumindest sind diese Wissenschaftler geneigt, ihn als ausgegrenzten Vertreter einer diskriminierten Minderheit, von dem schier Unmögliches verlangt wurde, zu verteidigen, und sein Verhalten zu entschuldigen. Man gibt seinen Kritikern wie dem in der Tat umstrittenen Philosophen Nathan Cofnas, der wesentlich dazu beitrug, Ardays Plagiate aufzudecken, und den Medien die Schuld an seinem Ende, nicht jenen Institutionen und Personen, die Arday über Jahre hinweg darin bestärkten, für sich und seine Umgebung eine Traumwelt aus reinen Fiktionen zu schaffen, darunter eben auch die Universität Cambridge.
II
Die Professur, die Arday 2023 erhielt, war in der Fakultät für Pädagogik angesiedelt, also nicht im Department of Sociology. Die Fakultät in ihrer jetzigen Form entstand erst vor ca. 25 Jahren und erst 2008 wurde Homerton College, die Alte PH von Cambridge, an der früher Studierende meist Pädagogik studierten, vollständig in die Universität integriert, womit die pädagogische Lehramtsausbildung in Cambridge an der Universität einen deutlich höheren Stellenwert erhielt als vorher. Dies zu wissen ist wichtig. Denn die erziehungswissenschaftliche Fakultät nimmt damit in Cambridge doch eine gewisse Sonderstellung ein und ist nicht unbedingt typisch für jene Tradition von Exzellenz in Lehre und Forschung, für die die Hochschule sonst bekannt ist. Hinzu kommt, dass Pädagogik als Fach in Cambridge – wie an vielen anderen Hochschulen – durch einen massiven politischen Aktivismus und starke ideologische Vorannahmen geprägt ist. Die Dekanin, die seinerzeit führend an der Berufung von Arday beteiligt war, Prof. Hilary Cremin, fiel auch schon vor 2023 durch sehr unorthodoxe Ansichten auf. So glaubt sie, dass die Schule bei Jugendlichen Abstand nehmen müsse von dem Ziel, empirisch nachprüfbares Wissen zu vermitteln, denn der vorherrschende Wissensbegriff sei rein eurozentrisch und westlich. Jetzt gelte es in einem Akt historischer Wiedergutmachung sich an der Epistemologie des Globalen Südens zu orientieren, die durch ein ganz anderes Konzept von Wahrheit geprägt sei.2 Sicher, wenn eine Wissenschaftlerin einmal eine Dozentenstelle an einer Universität erlangt hat, sind auch abstruse Thesen zumindest durch die Meinungsfreiheit, wenn auch nicht immer zwangsläufig durch die Wissenschaftsfreiheit (nicht alles was Wissenschaftler sagen, ist eo ipso wissenschaftlich, dazu muss eine gewisse Rationalität der Argumentation vorliegen) gedeckt, aber von einer Fakultät, die von einer Hilary Cremin geleitet wird und die überdies eine in ihrem Sendungsbewusstsein sehr gefestigte muslimische Fundamentalistin zu ihren Dozentinnen zählt,3 ist allgemein nicht allzu viel zu erwarten. Von daher war die Berufung von Arday auch mit Blick auf das Profil der Fakultät eigentlich nur konsequent.
III
Dennoch sind an Berufungen in Cambridge so wie andernorts immer auch weitere Hochschulgremien und die Universitätsleitung beteiligt, nicht nur die zuständige Fakultät. Man kann die Universität als ganze daher nicht von einer Mitschuld an der damaligen personalpolitischen Fehlentscheidung freisprechen. Zu konstatieren ist auch, dass auch nach rein formalen Kriterien und wenn man annimmt, dass es damals noch keine Gerüchte über mögliche Plagiate gab, Ardays Berufung ungewöhnlich war, denn er hatte nicht nur an einer eher unbedeutenden Londoner Universität (St. Mary’s Twickenham, ursprünglich eine katholische Hochschule) studiert, sondern wurde auch an einer anderen Universität promoviert, die bestenfalls zum (unteren) Mittelfeld der britischen Hochschulen gehört, nämlich an der Liverpool John Moores University (nicht der eigentlichen University of Liverpool), einer früheren Fachhochschule, die erst 1992 Jahren aufgewertet wurde und den vollen Status einer Universität erhielt. Es ist in Oxford und Cambridge normalerweise schwierig, Karriere zu machen, wenn man seine Dissertation nicht an einer der führenden englischen Universitäten (etwa einer Hochschule der sog. Russell Group, zu der rund 25 Institutionen gehören) geschrieben hat. Das war bei Arday nicht der Fall, dabei, so hört man, hatte er sich in Cambridge durchaus gegen eine relativ gut qualifizierte Konkurrenz durchzusetzen, darunter wohl auch zwei Frauen mit dunkler Hautfarbe, ein Faktor, der angesichts der auch in Cambridge verfolgten Diversitätspolitik zugunsten von Frauen und Minderheiten sicherlich nicht irrelevant war.4 Von daher verdankte Arday seine Ernennung auch nicht einfach seiner Hautfarbe, obwohl sie ihm sicherlich zugute kam, sondern seiner Biographie, die sich freilich später als größtenteils fiktiv erweisen sollte. Nach eigenen Angaben litt er als Kind und Jugendlicher unter Autismus und lernte erst mit 18 (!) zu schreiben. Überdies, so behauptete er, hatte er sportliche Wunderleistungen als Marathonläufer, teilweise trotz eines angebrochenen Beines, vollbracht und seine Doktorprüfung unmittelbar nach einer schweren Operation (Hirntumor) abgelegt. Er war also ein wahres Wunderkind. Dass er überdies, und diese Information stimmte wirklich, aus bescheidenen Verhältnissen stammte, in einer Sozialwohnung aufgewachsen war und auf eine Gesamtschule gegangen war, sprach aus der Sicht der Universität wohl ebenfalls für ihn. Arday profitierte also – selbst man davon absieht, dass seine Publikationen zum Teil auf Plagiaten beruhten und auch sonst wenig Substanz hatten, wie wir heute wissen – 2023 eindeutig von der Diversitätspolitik der Universität, im Sinne einer positiven Diskriminierung oder von „affirmative action“, wie man das im Englischen nennt. Als neurodiverser Dozent afrikanischer Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen war er eine Art Idealbesetzung. Deshalb war man wohl bereit, über vieles andere hinwegzusehen und sah sich die Publikationen Ardays und die Unstimmigkeiten in seinem Lebenslauf gar nicht näher an.
IV
Nun ist es grundsätzlich nachvollziehbar, dass eine Elite-Universität wie Cambridge, die bis in die 1960er Jahre und an manchen alten Colleges auch noch darüber hinaus stark von einer recht exklusiven sozialen Elite geprägt wurde, sich um ein gewisses Maß an Diversität ihrer Studentenschaft, aber auch unter ihren Dozenten bemüht, auch wenn das im Einzelfall bedeutet, dass die rein akademische Leistung nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl von Studenten und Professoren ist. Eine Universität, die ganz von Studierenden und Dozenten dominiert würde, die aus der weißen oberen Mittelschicht und im Fall der Studenten sogar überproportional aus der traditionellen sozialen Elite stammen, würde in einer multikulturellen, dem Anspruch, wenn auch nicht unbedingt der Realität nach egalitären Gesellschaft – und das ist Großbritannien heute – rasch politisch und kulturell isoliert sein. Angehörige der Minderheiten würden eine solche Universität als fremdes, ja vielleicht sogar als feindseliges Territorium sehen. Dies zu vermeiden ist ein legitimes Ziel. Allerdings hat Cambridge auf diesem Gebiet mittlerweile ohnehin erhebliche Erfolge aufzuweisen. Der Anteil von einheimischen Studenten, die ethnischen Minderheiten im Sinne der BAME-Definition (Black, Asian, Minority Ethnic) angehören, liegt mittlerweile bei fast 30 %,5 auch wenn Jason Arday und seine Mitstreiter solche Erfolge energisch bestritten oder relativierten.6 Die starke Präsenz von BAME-Studenten dürfte einerseits dem Umstand zu verdanken sein, dass gerade Jugendliche ostasiatischer und indischer Herkunft überdurchschnittlich hohe schulische Leistungen aufweisen und andererseits wohl doch auch eine Tendenz widerspiegeln, bei der Auswahl von Studierenden Minderheiten positiv zu diskriminieren, also bei etwa gleicher Leistung zu bevorzugen. Unter dem Lehrpersonal gehören heute allerdings nur ca. 10 % einer BAME-Minderheit an.7 Diese Zahl dürfte für Dozenten, die in den letzten 10 Jahren ernannt wurden, allerdings höher sei, wenn man einfache Lecturers mit einbezieht. Dennoch stellen Professoren afrikanischer oder karibischer Herkunft sowohl in Cambridge wie auch auf nationaler Ebene immer noch nur eine sehr kleine Minderheit dar, auch in Proportion zum Anteil der schwarzen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung. Nicht mehr als 1 % des professoralen Lehrpersonals sind auf UK-Ebene schwarz, im Vergleich zu einem Bevölkerungsanteil von ca. 4 %. Das ist ein auffälliger Umstand, den übrigens Jason Arday in seinen Publikationen selbst aufgegriffen hatte.8 Hier dürfte eine Rolle spielen, dass viele schwarze Schüler aus bildungsfernen Milieus stammen und Schulen in ärmeren, strukturschwachen Wohnvierteln besuchen, die eine schlechtere Ausbildung bieten als Gesamtschulen in wohlhabenden Vororten (wo die weiße Mittelschicht oft wohnt) von den traditionellen Grammar Schools (von denen es aber nur noch wenige gibt – nur ca. 5 % aller Schüler von Staatsschulen gehen auf eine Grammar School, die etwa dem deutschen Gymnasium entspricht) und den Privatschulen (ca. 7 % aller britischen Schüler) einmal ganz abgesehen. In dieser Hinsicht sind sie in der Tat benachteiligt, was allerdings für Jugendliche aus der weißen working class ganz genauso gelten dürfte, wenn nicht sogar noch stärker. In dieser Hinsicht ist interessant, dass prozentual deutlich mehr schwarze Schulabgänger (knapp 50 %, Stand 2024) ein Studium aufnehmen als weiße (ca. 30 %, unter Einschluss aller sozialen Schichten!). Der Studienerfolg bleibt dann allerdings oft aus, oder fällt relativ bescheiden aus. Dafür kann es unterschiedliche Erklärungen geben. Zum Beispiel könnte es sein, dass ein überdurchschnittlicher akademischer Ehrgeiz bei schwarzen Schulabgängern die Defizite der schulischen Bildung später nicht kompensieren kann; Arday wäre dafür ja im Grunde genommen selbst ein Beispiel. Es könnte aber auch sein, dass viele Universitäten bei der Vergabe von Studienplätzen schwarze Kandidaten bei gleicher oder sogar geringerer Qualifikation bevorzugen, eine Vorzugsbehandlung, die dann freilich nicht dazu geeignet ist, den Erfolg des Studiums zu verbürgen, sondern bei den Studenten eher zu einer Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten führt, die sich später rächt.9 Das lässt sich nicht ohne weiteres klären. Deutlich ist aber, dass der geringere Studienerfolg der an sich relativ zahlreichen Studierenden karibischer und afrikanischer Herkunft eine spätere akademische Karriere deutlich erschwert, wenn nicht sogar ausschließt, was die geringe Präsenz schwarzer Dozenten namentlich in den oberen Rängen des akademischen Lehrpersonals zumindest zum Teil erklären würde.
So hat man die Dinge in Cambridge aber offenbar nicht gesehen. Man fühlte sich unter Druck, die vermeintliche Diskriminierung von schwarzen Akademikern beim Streben nach einer Professur durch personalpolitische Maßnahmen mit hoher symbolischer Bedeutung und Sichtbarkeit zu kompensieren. Und hier erwies sich Arday als geradezu idealer Kandidat. Was neben seiner vermeintlichen Mehrfachbenachteiligung in Sinne des Konzeptes der Intersektionalität als Mitglied unterschiedlicher diskriminierter Gruppen mutmaßlich für ihn sprach, war wohl der Umstand, dass er recht geschickt seine eigene Diskriminierungserfahrung, oder was er als solche darstellte, zum Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeit und seiner Selbstdarstellung machte. Fast immer stand seine „lived experience“, seine gelebte Erfahrung im Mittelpunkt. Dies ist ein ganz entscheidender Punkt, denn insbesondere in den „grievance studies“ die sich systematisch mit dem Leid und der Benachteiligung von Opfergruppen beschäftigen, aber auch im weiteren Kontext der progressiv orientierten Kultur- und Sozialwissenschaften gilt die authentische Stimme der Opfer als beweiskräftige Evidenz für gesellschaftliche Verhältnisse, zum Teil sehr viel mehr als statistische Erhebungen, oder sonstige empirische Untersuchungen, die eine kühle Distanz zu ihrem Gegenstand wahren. Die Logik, die dies begründet, ist die Annahme, dass nur Mitglieder einer Opfergruppe das eigene Schicksal angemessen darstellen und bewerten können, keineswegs ein Außenstehender, etwa ein weißer Wissenschaftler aus der oberen Mittelschicht, der über die Situation schwarzer Schüler und Studenten aus materiell beengten Verhältnissen spricht. Letzteres wäre geradezu eine Anmaßung, eine Demonstration von „white supremacy“ selbst wenn dieser Wissenschaftler seine Arbeit mit viel Empathie und politischem Engagement angehen würde.
In der Tat trugen die wissenschaftlichen Arbeiten, wenn man sie so nennen will, und die Vorträge von Arday oft einen gewissermaßen auto-ethnographischen Charakter; im Vordergrund stand nicht selten die eigene Erfahrung als Schwarzer und als Mensch, der unter den Symptomen von Autismus gelitten hatte, in der feindseligen Umgebung der von privilegierten weißen Erfolgsmenschen dominierten akademischen Welt.10 Zum Teil reicherte Arday diese persönlichen Erfahrungen mit weiterem Material etwa mit offenbar oft nicht sauber belegten Zitaten aus der einschlägigen Literatur sowie mit antirassistischen Kampfparolen an; zu einer kritischen Überprüfung und potentiellen Relativerung der eigenen Erfahrung, die dringend geboten gewesen wäre, kam es anscheinend so gut wie nie. Damit folgte Arday einer Methode, die sich in Teilen der Kultur- und Sozialwissenschaften einer gewissen Beliebtheit erfreut, wenn auch meist nicht ganz in so extremer Form wie bei dem Cambridger Wissenschaftler-Darsteller. Wenn nichts mehr zählt als die authentische Erfahrung von Diskriminierungsopfern, dann wäre es geradezu unanständig, diese Erfahrung zu hinterfragen und in ihrer Bedeutung zu relativieren, indem man ihr andere Befunde gegenüberstellt.11 Das erklärt zum Teil, wie es Arday möglich war, seine eigene fiktive Biographie so erfolgreich zu vermarkten und warum er dabei selten auf kritische Fragen stieß.
V
Allerdings spielte hier natürlich noch ein weiterer Umstand eine Rolle: Das allgemeine und umfassende Tabu des vermeintlichen Rassismus. Es ist heute relativ einfach, Kritiker von Wissenschaftlern, die Minderheiten angehören, durch den Verweis darauf, dass ihre Kritik notwendigerweise rassistisch sei, zum Schweigen zu bringen. Das gilt auch für alle Universitätsdozenten. die es wagen, die weithin vorherrschende Förderung von Diversität, Inklusion und Gleichstellung (equity) die darauf abzielt, dass alle ethnischen Gruppen auf allen Karrierestufen mindestens in Proportion zu ihrem Anteil an der Bevölkerung insgesamt repräsentiert sind, kritisch zu hinterfragen. Einem der frühesten Kritiker von Arday, dem emeritierten Soziologie-Dozenten Dr. David Harris aus Plymouth, erging es so. Als er es wagte, in Publikationen die einflussreiche Critical Race Theory, die allen Weißen eine rassistische Grundhaltung unterstellt, zu kritisieren, entzog ihm seine Hochschule zeitweilig den Status und den Titel des Emeritus-Professors, und als er kritische Anfragen an Arday selbst richtete, schaltete dieser die Polizei wegen angeblicher Einschüchterung und Belästigung ein.12 Die Polizei in Plymouth ging dieser Beschwerde freilich nicht nach, anders als die Londoner Polizei, die später eine Untersuchung gegen einen Journalisten einleitete, der einen kritischen Artikel über Arday veröffentlichen wollte (der dann nie erschien, auch weil Ardays Anwälte von der gefürchteten Kanzlei Carter-Ruck dies durch juristische Drohungen zu verhindern wussten).13
Angesichts solcher Vorfälle ist es nicht überraschend, dass in Cambridge selbst keiner wagte, offen an der Berufung von Arday und seiner späteren Tätigkeit – offenbar kümmerte er sich kaum um die Studierenden, die sich darüber ergebnislos beschwerten – Kritik zu üben.14 Der Preis für eine solche Kritik wäre einfach zu hoch gewesen, jeder der es gewagt hätte, hier gegen den Strom zu schwimmen, hätte mit seiner sozialen Ächtung, wenn nicht sogar mit Disziplinarmaßnahmen rechnen müssen. Es blieb daher einem bereits marginalisierten Außenseiter vorbehalten, den Ball ins Rollen zu bringen, Nathan Cofnas, ein Amerikaner, der in Oxford in Philosophie promoviert worden war. Cofnas hatte nichts mehr zu verlieren, er galt ohnehin als Rassist, weil er u. a. die These vertreten hatte, dass Menschen afrikanischer Herkunft genetisch bedingt weniger intelligent seien als andere. Intellektuelle Defizite sind nach Cofnas statistisch gesehen freilich auch bei jenen häufiger als sonst zu finden, die politisch dem rechten Lager angehören, wie er selbst, natürlich nur im Durchschnitt, nicht bei jedem Individuum. Cofnas’ Eintreten für einen „race realism“, wie er es nennt, kann man mit guten Gründen als problematisch und gefährlich ansehen; wir haben in Europa und auch in den USA schließlich leidvolle Erfahrungen mit Theorien gemacht, die die Minderwertigkeit bestimmter Rassen oder Ethnien postulierten. Allerdings muss es in wissenschaftlichen Diskussionen grundsätzlich auch möglich sein, politisch unerwünschte, ja anstößige und subversive Positionen zu vertreten. Im Prinzip müssen solche Hypothesen, soweit sie prima facie handwerklich sauber und rational begründet sind, widerlegt und nicht verboten werden, sonst tritt der reine politische Moralismus an die Stelle des Strebens nach Erkenntnis, wie das heute leider oft der Fall ist. Am Emmanuel College in Cambridge sah man das freilich anders. Das College entzog ihm 2024 seine Fellowship (die freilich mit keinem Gehalt verbunden war, das Cofnas vielmehr in Form eines Stipendiums von der Leverhulme Stiftung bezog) die man ihm vorher gewährt hatte.15 Die Universität als Korporation kam freilich nach einer längeren Untersuchung zu den Schluss, dass Cofnas’ Diskussionsbeiträge von der Wissenschaftsfreiheit gedeckt waren, und keine disziplinarischen Maßnahmen gegen ihn rechtfertigten; ein Zeichen dafür, dass Cambridge nicht durchgehend von den Anwälten eines „woken“ Wissenschaftsverständnisses dominiert wird.16
Dennoch hatte Cofnas sowohl mit der Universität Cambridge als auch mit den Befürwortern einer positiven Diskriminierung von Minderheiten ganz generell eine größere Rechnung zu begleichen, zumindest aus seiner subjektiven Perspektive. Er wird daher mit Freude den Fall Arday aufgegriffen haben – was er in einem Interview sogar offen einräumte – , zumal er zu diesem Zeitpunkt bereits in Belgien in Ghent eine Stelle innehatte, also dem Zugriff der englischen Polizei entzogen war, die möglicherweise sonst nicht gezögert hätte, gegen ihn eine Untersuchung wegen eines „hate crime“ oder wegen rassistisch motivierter Angriffe auf einen farbigen Dozenten einzuleiten. Was immer man im Übrigen von Cofnas als Person halten mag, und man muss in der Tat nicht sein Fan sein, seine Vorwürfe gegenüber Arday erwiesen sich rasch als stichhaltig und brachten den Wissenschaftler-Darsteller zu Fall,17 nachdem ihn, wie man vermuten muss, die eigene Universität, die ihn anfangs noch lautstark verteidigt hatte, doch hatte fallen lassen.
Dass Cofnas nun wegen der Aufdeckung eines Falles von Hochstapelei mit der Universität Ghent, an der er zur Zeit als post doc forscht, Schwierigkeiten bekommen hat, ist freilich ein bedenkliches Zeichen.18 Auch ein Cofnas, so provokant seine befremdlichen Rassentheorien auch wirken mögen, muss das Recht haben, Missstände aufzudecken, sonst sollte man so ehrlich sein, jede Diskussion über wissenschaftliche Standards gleich aufzugeben. Allerdings regieren in Flandern und in Brüssel die konservativen flämischen Nationalisten, sie werden vermutlich ihre schützende Hand über Cofnas halten, zumal ein Bruder des belgischen Regierungschefs de Wever als Professor für Geschichte in Ghent lehrt. Die zeitweilige Intervention des amerikanischen Botschafters in Belgien zugunsten von Cofnas – ein sehr ungewöhnlicher Vorgang – dürfte hingegen in der Praxis nur begrenztes Gewicht haben, soweit man das von außen beurteilen kann, auch wenn schwer einzuschätzen ist, in welchem Maße die Brüsseler Regierung sich durch solche Vorstöße beeindrucken lässt.
VI
Welche Lehren sollte man nun aus dem Fall Arday ziehen? Zum einen hat dieser Skandal, denn das war es, uns vor Augen geführt, wie wichtig es für Universitäten ist, eine offene Diskussion über die Politik der Diversität und Inklusion zugunsten von Minderheiten zuzulassen statt sie mit dem Totschlagargument Kritik sei per se Rassismus zu unterbinden. Zu groß ist andernfalls die Gefahr, dass eine systematische positive Diskriminierung nicht nur zum Sieg des Mittelmaßes über die Exzellenz führt, sondern am Ende sogar zur Verdrängung seriöser Forschung durch die bloße Simulation von Wissenschaft wie es in Cambridge offenbar im Fach Pädagogik geschehen ist. Damit sei gar nicht geleugnet, dass es für eine moderate Diversitätspolitik mit Augenmaß auch positive Argumente gibt; gefährlich wird es jedoch, wenn man beginnt anzunehmen, dass jede Unterrepräsentation einer bestimmten Gruppe immer ausschließlich das Ergebnis von Benachteiligung und Diskriminierung und daher ungerecht sei. Gerade in einer multikulturellen, sehr heterogenen Gesellschaft muss man damit rechnen, dass konkrete ethnische Gruppen etwa auf Grund bestimmter kultureller Prägungen eher bereit sind, ihr Leben auf Bildung und den Erwerb von Wissen auszurichten, als andere. Tritt dazu eine ausgeprägte Selbstdisziplin, die Kindern und Jugendlichen von den Eltern vermittelt wird, wie z. B. in Großbritannien und den USA in vielen Familien ostasiatischer Herkunft, ergibt sich daraus fast zwangsläufig ein größerer Erfolg an der Schule und später im akademischen Bereich. Andere Milieus sind hingegen eher weniger bildungsfreundlich und Jugendliche aus solchen Milieus sind akademisch dann oft „underachiever“ wie in Großbritannien Jungen und in einem geringeren Maße auch Mädchen aus der weißen working class. Das Fehlen von Fördermaßnahmen und die generelle Vernachlässigung dieser Gruppe durch die Politik mag hier auch ein relevanter Faktor sein, aber eben nicht der einzige.19
Eine Politik, die ganz und um jeden Preis auf „equality of outcome“ statt auf Chancengleichheit ausgerichtet ist, wird daher am Ende immer meritokratische Faktoren, die wirkliche Leistung von Studenten und Bewerbern um Stellen, in den Hintergrund treten lassen. Wenn man Glück hat, führt das nur zum Sieg der Mediokrität, wenn man Pech hat, eben zur Karriere eines Jason Arday. Heute besteht eine ernsthafte Gefahr, dass auch Positionen, wo es wirklich stark auf nachweisbare Kompetenz ankommt – etwa in der Medizin – nach Quote besetzt werden. Von allen anderen schädlichen Folgen abgesehen führt eine entfesselte Quotenpolitik zugunsten ethnischer Minderheiten, aber natürlich auch zugunsten von Frauen – man muss das leider nach gut drei Jahrzehnten erfolgreicher und anfangs sicher durchaus berechtigter Frauenförderung so deutlich sagen –20 auch zur generellen Benachteiligung weißer Männer, die dann immer chancenloser werden, soweit sie nicht aus der privilegierten sozialen Elite kommen. In diesem zweiten Fall können sie sich meist dank ihres ererbten sozialen Status und ihrer „connections“ sowie ihrer finanziellen Mittel vor den negativen Folgen einer Politik der positiven Diskriminierung von vermeintlichen Außenseitern und Benachteiligten schützen. Nur, gerade solche Männer werden sich meist keinen Job im Kulturbetrieb oder an einer Bildungsinstitution, namentlich in den Geisteswissenschaften suchen, schon wegen des dort nicht wirklich hohen Einkommens. Hier droht damit zumindest in Teilbereichen eine immer weiter gehende Verdrängung von Männern aus der in der Vergangenheit dominierenden, jetzt aber in vielen Ländern deutlich an relativem Gewicht und an Einfluss verlierenden ethnischen Gruppe zugunsten einer jedenfalls in den Kulturwissenschaften unaufhaltsam voranschreitenden Feminisierung, kombiniert mit einer relativen Überrepräsentation besonders förderungswürdiger ethnischer oder auch sexueller und sonstiger Minderheiten, wie sich das zumindest in den USA –in Europa sicherlich bis jetzt noch deutlich weniger ausgeprägt – abzeichnet.21 Auf die nicht ganz unproblematischen Folgen einer solchen Entwicklung auch für den akademischen Betrieb und die dort vorherrschende Diskussionskultur hat die amerikanische Publizistin Helen Andrews nachdrücklich und in polemischer Absicht hingewiesen.22 Selbst wenn man nicht alle ihre Analysen akzeptiert, und manche ihrer Thesen für überzogen hält, sollte man solche Warnungen dennoch nicht ignorieren, wenn man die Leistungsfähigkeit unserer Universitäten erhalten will.23
Eine Universität wie Cambridge kann sich am Ende vielleicht alle paar Jahre einen Jason Arday leisten – es bleiben genug Bereiche der Universität, die in der Forschung Weltspitze sind –, eine Feld- Wald- und Wiesenuniversität in England oder Deutschland droht durch personalpolitischen Fehlentscheidungen, die sich primär an dem Wunsch orientieren, spezifische Quoten zu erfüllen, hingegen in eine ernsthafte Schieflage zu geraten, zumal solche Fehlbesetzungen dort vielleicht gar nicht sonderlich auffallen würden und unter dem Radar der Kritik blieben, anders als an einer Elite-Universität. Besonders gilt das für die Geistes- und Sozialwissenschaften, die heute nicht ganz ohne eigene Schuld besonders unter Druck stehen und nicht immer über klare, unumstrittene Standards für wissenschaftliche Exzellenz verfügen, wie man ja in Cambridge leider gesehen hat.
Fußnoten
1 Aus der unüberschaubaren Fülle von Artikeln und Publikationen zum Fall Arday sei hier nur ein Beitrag einer Wissenschaftlerin genannt, die selbst eher dem progressiven Lager angehört und durchweg Maßnahmen einer Politik, die auf Diversität, Inklusion und „equity“ setzt, befürwortet, aber Arday dennoch sehr kritisch sieht: Linsey McGoey, The Debt to Truth, 30. 8. 2026, https://linseymcgoey.substack.com/p/the-debt-to-truth [Abruf 1. 9. 26]. Vergl. aber auch John McWhorter, How Academia Created Jason Arday, The Free Press, 11. 8. 26, https://www.thefp.com/p/jason-arday-cambridge-academia-mediocrity [Abruf 2. 9. 26].
2 Michael Gove, Cambridge’s toxic education faculty has failed more than Jason Arday, The Times, 27. 8. 2026, https://www.thetimes.com/uk/education/article/jason-arday-press-michael-gove-dv5pvl3t5, [Abruf 1. 9. 26].
3 Jules Gomes, Cambridge Hired Anti-Western Education Academic Linked to Islamist Terror Group
Farah Ahmed Attacked British Schools for Condemning Child Marriage and Polygamy, Middle East Forum 19. 8. 2026, https://www.meforum.org/cambridge-hired-anti-western-education-academic-linked-to-islamist-terror-group, [Abruf 1. 9. 26].
4 Elena Louisa Lange, Racism Did Not Kill Jason Arday, Café Américain, 21. 8. 2026, https://cafeamericainmag.com/racism-did-not-kill-jason-arday/ [Abruf 1. 9. 26].
5 University of Cambridge accepted record number of BAME students in 2020, The Cambridge Tab, 19. 5. 2021, https://archive.thetab.com/uk/cambridge/2021/05/19/university-of-cambridge-accepted-record-number-of-bame-students-in-2020-150930, [Abruf 31. 8. 2026].
6 Jason Arday, Charlotte Branchu und Vikki Boliver, What Do We Know About Black and Minority Ethnic (BAME) Participation in UK Higher Education?, Social Policy and Society, 4. 10. 2021, https://www.cambridge.org/core/journals/social-policy-and-society/article/abs/what-do-we-know-about-black-and-minority-ethnic-bame-participation-in-uk-higher-education/D603F9ECA65148D8C583653E40DC02EE [Abruf 2. 9. 26].
7 University of Cambridge Equality and Diversity Report 2021-22, https://www.equality.admin.cam.ac.uk/files/ed_information_report_2021-2022.pdf
[Abruf 1. 9. 26]. Der Bevölkerungsanteil dieser Gruppe liegt im gesamten Vereinigten Königreich bei knapp 20 %, also doppelt so hoch wie der Anteil am Lehrkörper in Cambridge. Personen schwarz-afrikanischer respektive karibischer Herkunft stellen allerdings nur ca. 4 % der Bevölkerung.
8 Jason Arday, The black professoriate: assessing the landscape within British higher education, On Education, 13. 4. 2022, https://www.oneducation.net/no-13_april-2022/the-black-professoriate-assessing-the-landscape-within-british-higher-education/, vergl. Zarus Cenac,
How many Black professors should there be in UK higher education?, SRHE, 27. Mai 2026, https://srheblog.com/2026/05/27/how-many-black-professors-should-there-be-in-uk-higher-education/comment-page-1/ [Abruf jeweils 2. 9. 26].
9 UK Government, Entry rates into higher education, https://www.ethnicity-facts-figures.service.gov.uk/education-skills-and-training/higher-education/entry-rates-into-higher-education/latest/ – „Lower-attaining ethnic minority students appear to strongly prefer university study over other options.“[Abruf 1. 9. 26], und vergl. House of Commons Library, Equality of access and outcomes in higher education in England, 16. 12. 2025, https://commonslibrary.parliament.uk/research-briefings/cbp-9195/ : „Black students are more likely to drop out from higher education than other ethnic groups and least likely to achieve a first or upper second-class degree. In contrast, White students are least likely to drop out and most likely to achieve a first or upper second-class degree.“ [Abruf 1. 9. 26].
10 Kathleen Stock, The Scandal of Jason Arday, Unherd TV, https://unherd.com/watch-listen/the-jason-arday-scandal-explained/, 4. Aug. 2026 [Abruf 1. 9. 26].
11 Vergl. dazu Ian Pace, The Arday affair shows the danger of treating criticism as injury, Times Higher Education, 14. Aug. 2026, https://www.timeshighereducation.com/opinion/arday-affair-shows-danger-treating-criticism-injury [Abruf 1. 9. 26].
12 Committee for Academic Freedom, Jason Arday reported academic critic to police after questions over his research, 5. 8. 26, https://afcomm.org.uk/2026/08/05/jason-arday-reported-academic-critic-to-police/ [Abruf 1. 9. 26].
13 André Rhoden-Paul, Met Police boss admits mistake over plagiarism row, BBC, 6. 8. 2026, https://www.bbc.com/news/articles/c0rd9y99grzo [Abruf 31. 8. 26].
14 Gordon Rayner et al., Arday’s students think Cambridge failed them. Now they want their grades reviewed, The Telegraph, 7. 8. 2026, https://www.telegraph.co.uk/news/2026/08/07/ardays-students-think-cambridge-failed-them-now-they/ [Abruf 31. 8. 26].
15 Tommy Castellani, Emmanuel College cuts ties with ‘race-realist’ fellow, Varsity, 19.4. 2022, https://www.varsity.co.uk/news/27420 [Abruf 1. 9. 26].
16 Committee for Academic Freedom, Cambridge clears academic in race row, citing new free speech protections, 3. 10. 2025, https://afcomm.org.uk/2025/10/03/cambridge-clears-academic-in-race-row-citing-new-free-speech-protections/ [Abruf 2. 9. 26].
17 Vergl. Nathan Cofnas, DEI Fraud and Cover-Up at Cambridge, 21. 7. 26, https://ncofnas.com/p/dei-fraud-and-cover-up-at-cambridge [Abruf 30. 8. 26]. Dies war der ursprüngliche Substack-Beitrag von Cofnas der Arday zu Fall brachte.
18 UGent suspends controversial researcher after death of Cambridge professor, 21. 8. 26, vrt nws, https://www.vrt.be/vrtnws/en/2026/08/20/ugent-suspends-controversial-researcher-after-death-of-cambridge/ [Abruf 2. 9. 26].
19 Vanessa Clarke und Kate McGough, White working-class children failed by education system, says inquiry, BBC, 29. Juni 2026, https://www.bbc.com/news/articles/cq51j10q601o [Abruf 2. 9. 26].
20 Zur Frauenförderung kritisch: Birgit Schmidt, „Wir sollten den Frauen nicht vorschreiben, was sie wollen sollen» – Margit Osterloh plädiert für die Abschaffung der Frauenquote“, NZZ 3. 6. 2026, https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/wir-sollten-den-frauen-nicht-sagen-was-sie-wollen-sollen-margit-osterloh-plaediert-fuer-die-abschaffung-der-frauenquote-ld.10009031; Katja Rost, „Die Frauenquote hat ihren Zweck erfüllt, jetzt wird sie zum Bumerang“, NZZ, 7. 6. 2026, https://www.nzz.ch/nzz-am-sonntag/report-und-debatte/frauenquote-warum-sie-zur-belastung-wird-ld.10009642 [Abruf jeweils 2. 9. 26].
21 Jacob Savage, The Lost Generation, Compact Magazine, 15. Dez. 2025, https://www.compactmag.com/article/the-lost-generation/ – Vergl. Tyler Austin Harper, Why I Quit the Tenure Track: The insufferable hypocrisy of elite academia, The Atlantic Sept. 2026, https://www.theatlantic.com/magazine/2026/09/elite-academia-leadership-hypocrisy/687969/ [Abruf 2. 9. 26].
22 Helen Andrewes, The Great Feminization, Compact Magazine 16. Oktober 2025, https://www.compactmag.com/article/the-great-feminization/, vergl. dies., The Racial Crossroads, Compact Magazine, 3. Aug. 2026, https://www.compactmag.com/article/the-racial-crossroads/ [Abruf jeweils 2. 9. 26].
23 Eine neue Untersuchung für Kanada – wo freilich eine „woke“. extreme progressive Hochschulpolitik wohl stärker dominiert als in jedem anderen westlichen Land – hat gezeigt, dass eine solche Politik wirklich dazu führt, dass Männer kaum noch eine faire Chance auf eine akademische Karriere haben und dass die Auswahl von Dozentinnen und Dozenten überwiegend nach Quote und Diversitätskriterien sich dann auch fühlbar auf die Forschungsleistung der Universitäten auswirkt. Siehe Eric Kaufmann et al. The equity excellence trade-off: A study of EDI in the Canada Research Chairs Program, MLI Sept. 2026,, https://macdonaldlaurier.ca/the-equity-excellence-trade-off-a-study-of-edi-in-the-canada-research-chairs-program/, [Abruf 2. 9. 26]
